Verwaltungsapparat im Baselbiet: Der Staat wächst – die KMU zahlen die Rechnung

Die Baselbieter Kantonsverwaltung wächst – beim Personalaufwand und bei der Zahl der Mitarbeitenden. Der Personalaufwand ist von 454,4 Mio. CHF (2014) auf 603,3 Mio. CHF (2023) gestiegen. Parallel nahm die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) von 4’464 (2020) auf 5’027 (2024) zu; die Mitarbeitendenzahl wuchs von 5’734 (2020) auf 6’463 (2024). Diese Trends verstärken den Wettbewerb um Fachkräfte – besonders zulasten der KMU, die nicht mit staatlichen Anstellungsbedingungen mithalten können. Die Staatsquote hingegen hat sich seit den BLPK-Sanierungen von 2014 und 2016 zwischen 18 % und 19 % eingependelt. Dennoch zählt das Baselbiet auch hier nicht zu den handlungsfähigeren Kantonen. Im Freiheitsindex 2024 belegt der Kanton lediglich Platz 17 von 27 (Fürstentum Lichtenstein miteingeschlossen) und findet sich damit im hinteren Mittelfeld wieder.

Aus Sicht der Steuer Liga sind tiefe Steuern und ein effizienter Mitteleinsatz zentrale Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Kanton. Dauerhaft steigende Personalausgaben verfestigen jedoch Fixkosten und schmälern die Spielräume für Steuerentlastungen sowie die Konzentration auf Kernaufgaben. Zugleich führt ein wachsender Staatsapparat erfahrungsgemäss zu mehr Vorgaben und Prozessen – indirekte Kosten, die KMU überproportional treffen. Als grosser Arbeitgeber tritt der Kanton zudem in direkte Konkurrenz um Fachkräfte: Die zunehmenden Vollzeitäquivalente und Beschäftigtenzahlen in der Verwaltung (Statistik BL) verschärfen den Wettbewerb am Arbeitsmarkt, dem kleinere und mittlere Betriebe oft nur begrenzt etwas entgegensetzen können.

Kernforderungen der Steuer Liga

  • Mehr Effizienz statt mehr Stellen
    Jede neue Stelle in der Verwaltung bedeutet wiederkehrende Kosten – für Lohn, Infrastruktur und Pensionen. Statt weiter Personal aufzubauen, sollen bestehende Strukturen effizienter genutzt werden.
  • KMU steuerlich und regulatorisch entlasten
    KMU sind keine Selbstverständlichkeit. Wer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen tätigt oder Ausbildungsplätze schafft, verdient Unterstützung – nicht zusätzliche Abgaben oder bürokratische Hürden.
  • Wettbewerb statt Verdrängung auf dem Arbeitsmarkt
    Der Staat soll sich auf seine Rolle als Dienstleister fokussieren – nicht als Konkurrent zur Privatwirtschaft auftreten. Ein überdimensionierter öffentlicher Sektor verzerrt Anreize und verschärft den Fachkräftemangel künstlich.
  • Staatsquote konsequent senken
    Der Kanton muss seine Ausgaben im Griff behalten. Priorität haben Kernaufgaben – nicht der schleichende Ausbau der Verwaltung. Die Steuer Liga fordert eine verbindliche Ausgabenbremse.

Fazit

Ein wachsender Staat bindet Talente und Mittel – zu Lasten der produktiven Privatwirtschaft. Wer Baselland als KMU-Standort stärken will, muss beim Personalbestand und Personalaufwand ansetzen, Kernaufgaben priorisieren und Freiräume schaffen. So bleibt der Kanton leistungsfähig – ohne die Wirtschaft zu erdrücken. Zugleich gilt: Obwohl die Staatsquote gemäss Freiheitsindex 2024 unter dem Durchschnitt liegt, rangiert Baselland nur auf Platz 17 von 27 (inkl. Liechtenstein) – der hohe Durchschnitt wird durch Ausreisser mit sehr hohen Quoten verzerrt. Die Steuer Liga will die Staatsquote weiter senken und die Mittel konsequent auf Kernaufgaben fokussieren.

Die Steuer Liga engagiert sich für eine transparente, leistungsfreundliche und bürgernahe Steuerpolitik.

Quellenvermerk

  • Amt für Daten und Statistik Basel-Landschaft (ADS BL): Aufwand nach Kontenart (HRM2), 2014–2023 – Personalaufwand. Link.
  • Amt für Daten und Statistik Basel-Landschaft (ADS BL): Kantonspersonal – Mitarbeitende und Vollzeitäquivalente seit 2010 (Stichtag 30.6.), Stand 2024. Link.
  • Amt für Daten und Statistik Basel-Landschaft (ADS BL): Gesamtausgaben seit 1990 – Ausgabenquote (inkl. Hinweis BLPK-Sanierungen 2014/2016). Link.
  • Avenir Suisse: Freiheitsindex 2024, 2024. Link.
  • Bundesamt für Statistik (BFS): Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – Überblick, 2024. Link.
  • Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV): Öffentliche Finanzen der Schweiz – Hauptpublikation 2024 (FS-Modell/Methodik). Link.

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