Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein zentraler Indikator für die wirtschaftliche Stärke einer Region. Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen: Der Kanton Basel-Landschaft wächst seit Jahren deutlich langsamer als viele andere Kantone. Besonders im Vergleich zu Basel-Stadt und dem Jura fällt das zurückhaltende Wachstum ins Auge – ein Trend, den auch die BZ Basel kürzlich thematisierte. Diese Entwicklung wirft Fragen zur künftigen Wettbewerbsfähigkeit und zur Stabilität des Steuersubstrats im Baselbiet auf.
Laut BFS lag das kantonale BIP im Baselbiet 2022 bei rund 22,8 Mrd. CHF – Platz 11 unter den Schweizer Kantonen. Das BIP pro Kopf beträgt 77 693 CHF und liegt damit rund 12 400 CHF unter dem Schweizer Durchschnitt. Zwischen 2012 und 2022 wuchs die reale Wirtschaftsleistung im Baselbiet um knapp +9,3 %, während die Schweiz insgesamt auf +13,3 % kam. Spitzenkantone wie Zug (+21,6 %) oder Basel-Stadt (+15,2 %) verzeichneten deutlich höhere Zuwachsraten.
Wie die BZ Basel berichtet, schnitten selbst strukturschwächere Regionen wie der Jura (+15,7 %) im letzten Jahrzehnt besser ab. Dieser Rückstand ist nicht nur eine statistische Randnotiz, sondern hat handfeste Folgen: Geringeres Wirtschaftswachstum bedeutet mittelfristig weniger Einnahmen aus Einkommens-, Unternehmens- und Konsumsteuern – und damit weniger finanziellen Spielraum für den Kanton, um in Infrastrukturprojekte oder gezielte Standortförderung zu investieren. Zudem droht das Baselbiet in zentralen Branchen ins Hintertreffen zu geraten. Das betrifft insbesondere KMU, die im Kanton einen grossen Teil der Wertschöpfung erbringen.
Vor diesem Hintergrund ordnet Christoph Buser, Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, die häufig beschworene Boom-Wahrnehmung dank der Pharmaindustrie nüchtern ein: «Derzeit profitiert die Gesamtstimmung von einigen erfolgreichen Grosskonzernen in Basel, die gute Löhne bezahlen und dazu beitragen, dass es der Region insgesamt gut geht. Aber das Bruttoinlandprodukt im Baselbiet stagniert, pro Kopf liegt es mittlerweile hinter jenem des Kantons Jura. Das ist nicht gut. Wir müssen uns so aufstellen, dass wir das BIP steigern können und unsere wirtschaftliche Eigenständigkeit stärken.» Diese Einschätzung gab Christoph Buser in einem Interview in der BaZ am 10.06.2025 zu Protokoll.
Kernforderungen der Steuer Liga
- Steuerlast senken – Wachstum fördern
Die Einkommens- und Unternehmenssteuern müssen gesenkt werden, um Investitionen anzuregen und den Standort wieder attraktiver zu machen. - Regulierung abbauen
Überbordende Vorschriften bremsen insbesondere KMU. Weniger Bürokratie bedeutet mehr Zeit und Kapital für Innovation und Wachstum. - Staatsausgaben fokussieren
Öffentliche Mittel sollen gezielt in wachstumsfördernde Infrastruktur und Bildung fliessen – nicht in ausufernde Verwaltungsapparate. Steuerwettbewerb stärker nutzen
Der Kanton muss im interkantonalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben und darf sich nicht auf der Nähe zu Basel-Stadt ausruhen.
Fazit
Das Baselbiet steht an einem Scheideweg: Entweder gelingt es, die Standortattraktivität durch steuerliche Entlastungen und weniger Regulierung zu steigern – oder der Kanton riskiert, dauerhaft wirtschaftlich ins Hintertreffen zu geraten. Die Zahlen des BFS und der Blick auf die Nachbarkantone sprechen eine klare Sprache: Jetzt sind mutige Entscheidungen gefragt.
Die Steuer Liga engagiert sich für eine transparente, leistungsfreundliche und bürgernahe Steuerpolitik.
Quellenvermerk
- Bundesamt für Statistik (BFS): Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Grossregion und Kanton, 2024. Link
- Bundesamt für Statistik (BFS): Kantonales Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner, 2024. Link
- Bundesamt für Statistik (BFS): Bruttoinlandprodukt pro Kopf, 2024. Link
- BaZ: ««Die Politik hat Schiffbruch erlitten»: Christoph Buser will die lokale Wirtschaft retten» (10.06.2025). Link
- BZ Basel: Neuer Bericht offenbart: Die Baselbieter Wirtschaft schwächelt im Vergleich zu Basel-Stadt und Jura, 2024. Link